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1770–1843

9.

Friedrich Hölderlin

So will ich, ihr Himmlischen! denn euch danken und endlich Athmet aus leichter Brust, wieder des Sängers Gebet.

Und wie, wenn ich mit ihr, auf sonniger Höhe mit ihr stand, Spricht belebend ein Gott innen im Tempel mich an.

Leben will ich denn auch! schon grünt's! wie von heiliger Leier Ruft es von silbernen Bergen Appollons voran! Komm! es war wie ein Traum! Die blutenden

Fittige sind ja Schon genesen, verjüngt leben die Hoffnungen all! Großes zu finden, ist viel, ist viel noch übrig, und wer so

Liebte, gehet, er muß, gehet zu Göttern die Bahn. Und geleitet ihr uns, ihr Weihestunden! ihr ernsten, Jugendlichen! o bleibt, heilige Ahnungen, ihr,

Fromme Bitten, und ihr, Begeisterungen, und all ihr Guten Genien, die gerne bei Liebenden sind, Bleibt so lange mit uns, bis wir mit gemeinsamem

Boden, Dort, wo die Seligen all niederzukehren bereit, Dort, wo die Adler sind, die Gestirne, die Boten des Vaters,

Dort, wo die Musen, woher Helden und Lie- bende sind, Dort uns, oder auch hier, auf thauender Insel begegnen,

Wo die Unsrigen erst, blühend in Gärten gesellt, Wo die Gesänge wahr, und länger die Frühlinge schön sind, Und von neuem ein Jahr unserer Sele beginnt!

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