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1770–1843

6.

Friedrich Hölderlin

Feiern möcht' ich, aber wofür? und singen mit Andern, Aber so einsam fehlt jegliches Göttliche mir. Dieß ist's, dieß mein Gebrechen, ich weiß, es

lähmet ein Fluch mir Darum die Sehnen, und wirft, wo ich beginne, mich hin, Daß ich fühllos sitze den Tag und stumm, wie die

Kinder, Nur vom Auge mir kalt öfters die Thräne noch schleicht, Und die Pflanze des Felds, und der Vögel Singen

mich trüb macht, Weil mit Freuden auch sie Boten des Himmli- schen sind, Aber mir in schaudernder Brust die beseelende Sonne,

Kühl und fruchtlos mir dämmert, wie Stralen der Nacht, Ach! und nichtig und leer, wie Gefängnißwände, der Himmel,

Eine beugende Last, über dem Haupte mir hängt!

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