Licht der Liebe! scheinest du denn auch Todten, du
goldnes!
Bilder aus hellerer Zeit leuchtet ihr mir in die
Nacht?
Liebliche Gärten, seyd, ihr abendröthlichen Berge,
Seyd willkommen, und ihr, schweigende Pfade
des Hains,
Zeugen himmlischen Glücks, und ihr, hochschauende
Sterne,
Die mir damals oft segnende Blicke gegönnt!
Euch, ihr Liebenden, auch, ihr schönen Kinder des
Maitags,
Stille Rosen und euch, Lilien, nenn' ich noch oft!
Ihr Vertrauten! ihr Lebenden all' einst nahe dem
Herzen,
Einst wahrhaftiger, einst heller und schöner ge-
sehn.
Wohl gehn Frühlinge fort, ein Jahr verdränget
das andre,
Wechselnd und streitend, so tost droben vorüber
die Zeit
Ueber sterblichem Haupt, doch nicht vor seligen Augen,
Und den Liebenden ist anderes Leben geschenkt.
Denn sie alle, die Tag' und Jahre der Sterne,
sie waren
Diotima! um uns innig und ewig vereint.