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1770–1843

3.

Friedrich Hölderlin

Licht der Liebe! scheinest du denn auch Todten, du goldnes! Bilder aus hellerer Zeit leuchtet ihr mir in die Nacht?

Liebliche Gärten, seyd, ihr abendröthlichen Berge, Seyd willkommen, und ihr, schweigende Pfade des Hains, Zeugen himmlischen Glücks, und ihr, hochschauende

Sterne, Die mir damals oft segnende Blicke gegönnt! Euch, ihr Liebenden, auch, ihr schönen Kinder des Maitags,

Stille Rosen und euch, Lilien, nenn' ich noch oft! Ihr Vertrauten! ihr Lebenden all' einst nahe dem Herzen, Einst wahrhaftiger, einst heller und schöner ge-

sehn. Wohl gehn Frühlinge fort, ein Jahr verdränget das andre, Wechselnd und streitend, so tost droben vorüber

die Zeit Ueber sterblichem Haupt, doch nicht vor seligen Augen, Und den Liebenden ist anderes Leben geschenkt. Denn sie alle, die Tag' und Jahre der Sterne,

sie waren Diotima! um uns innig und ewig vereint.

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