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1770–1843

1.

Friedrich Hölderlin

Täglich geh' ich heraus und such' ein Anderes immer, Habe längst sie befragt, alle die Pfade des Lands; Droben die kühlenden Höhn, die Schatten alle besuch' ich,

Und die Quellen; hinauf irret der Geist und hinab, Ruh' erbittend; so flieht das getroffene Wild in die Wälder,

Wo es um Mittag sonst sicher im Dunkel geruht; Aber nimmer erquickt sein grünes Lager das Herz ihm, Jammernd und schlummerlos treibt es der

Stachel umher. Nicht die Wärme des Lichts, und nicht die Kühle der Nacht hilft, Und in Wogen des Stroms taucht es die Wun-

den umsonst. Und wie ihm vergebens die Erd' ihr fröhliches Heilkraut Reicht, und das gährende Blut keiner der Ze-

phyre stillt, So, ihr Lieben, auch mir, so will es scheinen, und Niemand Kann von der Stirne mir nehmen den traurigen

Traum?

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