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1770–1843

1.

Friedrich Hölderlin

Wieder ein Glück erlebt! Die gefährliche Dürre geneset, Und die Schärfe des Lichts senget die Blüthe nicht mehr,

Offen steht jetzt wieder ein Saal, und gesund ist der Garten, Und von Regen erfrischt rauschet das glänzende Thal

Hoch von Gewächsen, es schwellen die Bäch', und alle gebund'nen Fittige wagen sich wieder in's Reich des Gesangs. Voll ist die Luft von Fröhlichen jetzt, und die Stadt

und der Hain ist Rings von zufriedenen Kindern des Himmels erfüllt. Gerne begegnen sie sich und irren unter einander,

Sorgenlos und es scheint keines zu wenig, zu viel. Denn so ordnet das Herz es an, und zu athmen die Anmuth,

Sie, die geschickliche, schenkt ihnen ein göttlicher Geist. Aber die Wanderer auch sind wohl geleitet und haben

Kränze genug und Gesang, haben den heiligen Stab Voll geschmückt mit Trauben und Laub, bei sich, und der Fichte Schatten; von Dorfe zu Dorf jauchzt es, von

Tage zu Tag, Und wie Wagen, bespannt mit freiem Wilde, so ziehn die Berge voran, und so träget und eilet der Pfad.

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