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1872

Salò

Paul Heyse

Straßen, arm an Sonnenschein, Kieselpflaster, spitz und klein, In der kellerkühlen Luft Käse-, Öl- Limonenduft,

Trockner Fisch, Johannisbrot Und was sonst zum Schmausen not, An den Fenstern junge Fraun, Die aus schwarzen Augen schaun,

Kinder mit zerzaustem Haar, Dem kein Kamm gefährlich war, Dunkle Läden, vor der Tür Fleißig Handwerk für und für,

Draußen überm blauen See Möwen kreischend in der Höh, Fern im goldnen Sonnenstrahl Greises Berghaupt, weiß und kahl,

An dem Hafen dichtgereiht Kleine Barken, fahrtbereit, Aus der Ferne dann und wann Schrillt des Dampfers Pfiff heran,

Männer, im Café zuhauf, Blicken von der Zeitung auf, Ihres süßen Nichtstuns froh – – „Wenn ich solche Worte singe,

Braucht es dann noch großer Dinge, Dich zu preisen“, mein Salò?

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