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1872

Kehraus

Paul Heyse

Gib dich drein, Herz, gib dich drein! Der Tanz muß mal zu Ende sein. So helle die Geigen, Die Tänzer so jung,

Sie schwangen im Reigen Sich nimmer genung. Nun ächzet die Fiedel, Nun schnarrt das Fagott

Ein schläfriges Liedel – So helfe dir Gott! Gib dich drein! Gib dich drein, Herz, gib dich drein!

Es bricht einmal die Nacht herein. Die nebligen Sterne Mit flackerndem Licht, Sie blinken so ferne

Und wärmen dich nicht. Noch dämmert ein Funken, Im Busen entfacht; Auch der nun versunken,

Rings gähnet die Nacht. Gib dich drein! Gib dich drein, Herz, gib dich drein! Wer weiß, dich weckt ein Morgenschein.

Du lägest wohl lieber, Verschliefst immerzu Das hastige Fieber Des Lebens in Ruh.

Doch hebt dann aufs neue Der Tanz sich an, Tritt keck in die Reihe Und steh deinen Mann!

Gib dich drein!

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