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1872

[Die Tage schleichen an uns vorüber]

Paul Heyse

Die Tage schleichen an uns vorüber, Wie eine dunkle Geschwisterschar, Die einen sanfter, die andern trüber, Doch keiner lachend und freudenklar.

Sie tragen Gaben in bleichen Händen, Der edeln Güter gar mancherlei, Doch florumwunden sind ihre Spenden, Und unbewillkommt ziehn sie vorbei.

Voran geht einer mit harten Mienen Und scheuem Trutzblick, gesenkt das Haupt; Er ist von gleichem Geschlecht mit ihnen, Doch statt zu schenken, hat er geraubt.

Seitdem mißtraun wir den andern allen, Die sonst wir arglos ans Herz gedrückt. Auch mit den Schwestern sind wir zerfallen, Den schönen Nächten, so reichgeschmückt.

Ein Tag wird kommen, der wird uns retten, Ein Weltversöhner, aus allem Harm; Mitleidig führt er zu ew'gen Stätten Der stillsten Schwester uns in den Arm.

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