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1872

1.Friedrich Hölderlin

Paul Heyse

Mein Liebling du! Mit hellem Griechenblick Hattst du ermessen, in dein Los ergeben, Den jähen Abgrund zwischen Traum und Leben Und der Verspätung herbes Mißgeschick.

Dich tröstete dein Genius: Erschrick Vor dieser Tiefe nicht! Hinüberheben Wird dich ein Schwingenpaar mit sichrem Schweben, Die ätherleichten: Dichtung und Musik.

So wandeltest du selig, Kränze windend Der schönsten Liebe, bis Dämonentücke Sie in den Abgrund stieß, der sie verschlang. Du stürztest nach, qualvoll dir selbst entschwindend;

Doch nicht dein sterblich Leben ging in Stücke, Dein Herz nur und dein Saitenspiel zersprang.

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