Skip to content
1872

1. Favete linguis

Paul Heyse

Da ich ein junger Gesell, wie schalt mich oft die Geliebte, Wenn ich in Schweigen versank mitten im lachendsten Glück, Um erst ferne von ihr in beflügeltem Wort zu ergießen All der Gefühle Gewalt, die mir die Nahe geweckt.

So auch wandelt' ich stumm vorbei an den holden Gebilden Südlicher Kunst; erst spät kam das Erlebnis zu Wort. Ist doch Denken Erinnern, und Dichten ein inneres Anschaun; Worte beschwören den Geist, der sich den Sinnen entzog.

Nachzubeleben entschwundenes Glück vermag die beseelte Rede; lebend'gem Genuß gnügt ein verworrenes Ach.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
1. Favete linguis · Paul Heyse · Poetry Cove