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1899

Du bist so dunkel, als die Nacht ... An Emma R.

Georg Heym

Du bist so dunkel, als die Nacht, Wenn sternenlos sie ihren schwarzen Mantel breitet. Das letzte Licht ertränkt in tiefstem Schacht; Nein, dunkler noch, im grausten Dunkel gleitet

Dein weißes, bleiches Angesicht Und mit geheimem Schimmer Loht die Nacht vor dir In magisch blaues Licht getaucht.

Komm, Königin der schwülen Nacht Und lege deinen, weißen kühlen Arm Um meine sonnverbrannten, heißen Schläfen, Komm, führe mich in deinen marmordunkeln Tempel ein,

Den meine Liebe dir erhellen soll. Dann soll nicht eine einzge Sonne mehr Dann soll Sternensonnen ‚uns‘ ein ‚Heer‘, Die Hochzeitsfackel durch die Nacht entflammen!

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