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1899

Der Nebelstädte winzige Wintersonne

Georg Heym

Der Nebelstädte Winzige Wintersonne Leuchtet mir mitten ins gläserne Herz. Das ist voll vertrockneter Blumen

Gleich einem gestorbenen Garten. [Alles, was ehe war, Ist hinter den Mauern des Schlafes Schon zur Ruhe gebracht.

Viele Winde der sausenden Straßen Haben inzwischen auf frierenden Köpfen Ein Wind-Spiel gemacht.] Wohl war in Dämmerung noch

Blutiger Wolken Kampf Und der sterbenden Städte Schultern zuckten im Krampf. Wir aber gingen von dannen

‘Zerrissen uns mit einem Mal,‚ Dumpf scholl ein Zungen-Gestreite In Finsternis – Unrat – siebenfarbiger Qual. Doch niemand rühret das starre

Gestern noch mit der Hand Da der rostige Mond Kollerte unter den [Rand] Zu wolkiger Wolken Geknarre.

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