Skip to content
1899

4.

Georg Heym

Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet, Stößt wie ein Aar zu deinen Häupten weit, Und ihrer Purpurlippen Traum befeuchtet Mit Tränentau dein weißes Totenkleid.

Dann nimmst dein Herz du aus den weißen Brüsten Und zeigst es rings dem stillen Heiligtum. Und deine stolze Flamme rührt die Küsten Des Himmels an, die werfen deinen Ruhm

Ins Meer der Toten aus wie starke Wellen. Die großen Schiffe schwimmen um dich her, Um deinen Turm, und ihre Lieder schwellen Wie Abendwolken sanft vom großen Meer.

Und was ich dir in meinen Träumen sage, Das schrein die Priester aus mit Tuba-Ton. Der Meere dunkle Buchten füllt die Klage Um dich wie Schilfrohr sanft und schwarzer Mohn.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
4. · Georg Heym · Poetry Cove