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1817–1875

Reiterlied.

Georg Herwegh

Die bange Nacht ist nun herum, Wir reiten still, wir reiten stumm, Und reiten in's Verderben. Wie weht so scharf der Morgenwind!

Frau Wirthin, noch ein Glas geschwind Vorm Sterben, vorm Sterben. Du junges Gras, was stehst so grün? Mußt bald wie lauter Röslein blüh'n,

Mein Blut ja soll Dich färben. Den ersten Schluck, an's Schwert die Hand, Den trink' ich, für das Vaterland Zu sterben, zu sterben.

Und schnell den zweiten hinterdrein, Und der soll für die Freiheit sein, Der zweite Schluck vom Herben! Diß Restchen — nun, wem bring' ich's gleich?

Diß Restchen Dir, o römisch Reich, Zum Sterben, zum Sterben! Dem Liebchen — doch das Glas ist leer, Die Kugel saust, es blitzt der Speer;

Bringt meinem Kind die Scherben! Auf! in den Feind wie Wetterschlag! O Reiterlust, am frühen Tag Zu sterben, zu sterben!

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