Ich hab's gewagt! und meine Fehde, Sie währe fort; Ich hab's gewagt! so steh' ich Rede Für Manneswort.
Und vor des Thrones Stufen, Wenn ihr nach meinem Rechte fragt, Will ich mit Hutten rufen: Ich hab's gewagt!
Von gestern ist mein Brief und Siegel, Mein Pergament; Ich weiß, daß außer meinem Spiegel Mich Niemand kennt.
Ihr laßt die Dämmrung gelten, Bevor der helle Morgen tagt — Wohlan — wer will Ich hab's gewagt!
Ja, gibt der greise Knecht die Zölle Dem Laster frei, Dann sei der Der Tyrannei.
Schaut her, die Ihr am Alten Euch Euer Leben müde tragt, Werft Euer Haubt in Falten: Ich hab's gewagt!
Ich sah in manch gepriesnem Tempel Die Unnatur, Auf manch erlauchter Stirn den Stempel Des Kain nur;
Und ich ward ungeduldig, Daß Alles zagt und Niemand klagt, Ich donnerte ein: „Schuldig!“ Ich hab's gewagt!
Ich sah viel feige Riesen strecken Zu Boden sich, Manch übermütig Zwerglein recken Sich fürchterlich;
Ich lacht' und sprach: O Zwerge, Ob ihr auch aus dem Kothe ragt, Ihr seid drum keine Berge! Ich hab's gewagt!
Ich sah im Hohepriesterkleide Die Unvernunft, Gleich Rohr zerbrechen ihre Eide Die Henkerzunft;
Ich sah von schnöden Hunden Der Freiheit Edelwild gejagt, Und wusch ihm still die Wunden: Ich hab's gewagt!
Dürft' ich an einer Marmorsäule Ein Simson stehn, In meiner Faust Heraklis Keule Zum Schwunge drehn,
Wenn die Paläste brechen — O Gott, was hast du mir's versagt? — Zu den Despoten sprechen: Ich hab's gewagt!
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