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1817–1875

I. Auf dem Berge.

Georg Herwegh

Da wären sie, der Erde höchste Spitzen! Doch wo ist der, der einst an sie geglaubt? Das Auge sieht die Sonne näher blitzen, Doch arm und sonnenlos ist dieses Haubt.

Ich sehe die granitnen Säulen ragen, Und endlos wölbt das Blau sich drüber hin; Doch will das Herz mir tief beklommen schlagen, Wie unter einem Königsbaldachin.

Hier wollte ich als frommer Parse beten, Hier singen nach der Sterne reinem Takt, Hier mit der Donnerstimme des Profeten Gotttrunken jauchzen in den Katarakt.

Ich wollte — ja, ich habe mich vermessen — In diesen Bergen suchen mir mein Glück; Ich wollte, ach! und konnte nicht vergessen Die Welt, die ich im Thale ließ zurück.

O wie verlangt mich nach dem Staub der Strassen, Dem Druck, der Not da unten allzumal! Wie nach den Feinden selbst, die ich verlassen, Und nach der Menschheit vollster, tiefster Qual!

Ihr glänzt umsonst, ihr Purpurwolkenstreifen, Und ladet mich gleich sel'gen Engeln ein; Ich kann den Himmel hier mit Händen greifen, Und möcht' doch lieber auf der Erde sein.

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