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1817–1875

I.

Georg Herwegh

Die Sonne, der wir lang geharrt, Ist endlich aufgegangen; Wir schauen ihre Himmelfahrt Voll Sehnen und Verlangen.

Wo ist ein Herz, das ruhig schlägt, Wenn solch ein Tag die Schwingen regt? Ihr Völker wachet auf! Die Ketten brach der Lenz entzwei

Mit seinen Rosendüften, Und unsre Seelen rauschen frei, Wie Adler, in den Lüften. Die Toten drückt der Tod heut' nicht;

Horcht! unser Meister lebt und spricht: Ihr Völker, wachet auf! Ihr Völker, wachet auf und seht Den Himmel selbst in Flammen!

Ihr Völker, wachet auf und steht Ein einig Heer zusammen! Voran, voran, im Sturm voran! Der Gutenberg trägt uns die Fahn'.

Ihr Völker, wachet auf! Verheissend schaut sein selig Haubt Aus Wolken zu der Erden; Ob man die Blüten uns geraubt,

Die Frucht soll uns doch werden; Was solch ein guter Geist ersann, Das thut kein Teufel in den Bann. Ihr Völker, wachet auf!

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