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1817–1875

Die Jungen und die Alten.

Georg Herwegh

„du bist jung, Du sollst nicht sprechen! Du bist jung, wir sind die Alten! Laß die Wogen erst sich brechen Und die Gluten erst erkalten!

Du bist jung, Dein Thun ist eitel! Du bist jung und unerfahren! Du bist jung, kränz' Deinen Scheitel Erst mit unsern weissen Haaren!

Lern', mein Lieber, erst entsagen, Laß die Flammen erst verrauchen, Laß Dich erst in Ketten schlagen, Dann vielleicht kann man Dich brauchen!“

Kluge Herren! Die Gefangnen Möchten ihres Gleichen schauen; Doch, ihr Hüter des Vergangnen, Wer soll denn die Zukunft bauen?

Sprecht, was sind euch denn verblieben, Außer uns, für wackre Stützen? Wer soll eure Töchter lieben? Wer soll eure Häuser schützen?

Schmäht mir nicht die blonden Locken, Nicht die stürmische Geberde! Schön sind eure Silberflocken, Doch dem

Schmähet, schmäht mir nicht die Jugend, Wie sie auch sich laut verkündigt! O wie oft hat eure Tugend An der Menschheit still gesündigt!

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