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1817–1875

Bei Hamburgs Brand.

Georg Herwegh

Ein freies Wort in Hamburgs Flammen! Denn in den Flammen seht ihr's gern; Es wird mich Fürst und Volk verdammen Und doch — ich find' kein Lied, ihr Herrn;

Kaum will ein Laut sich in mir regen, Ein Laut für den Philistersegen, Der aus der heißen Asche bricht; Laßt mich ein Sprüchlein niederlegen:

Ihr wißt, ich bin ein schlechter Reimer, Dieß liegt trotz eurer Nacht am Tag; Doch ist mein Vers kein Wassereimer, Den man zum Löschen füllen mag;

Ich jauchzte, als die Feuerzungen Jüngst so beredt durch's Land geklungen, Ja, Feuer! rief noch mein Gedicht; Ich hab' den Stürmen zugesungen:

Bewahrt das Feuer und das Licht! Manch trocken Auge ward gefeuchtet, Manch kalte Seele wurde heiß, Und glühend hat das Eis geleuchtet,

Das starre, deutsche Gletschereis; Der Bund der Eintracht ward beschworen, Das Feuer hat uns neu geboren, Des Rheines Wasser konnt' es nicht —

O sei kein Funke drum verloren: Bewahrt das Feuer und das Licht!

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