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1817–1875

Aus den Bergen.

Georg Herwegh

Jeder Mensch hat seinen Stern, Jeder Hofrath seinen, Jeder Pudel seinen Kern: Laßt auch mir den meinen!

Ward mir leider nicht zu Theil Daß ich euch ergötze, Aber denkt: ich bin ein Keil, Weil ihr grobe Klötze.

Ja — ich habe kein Gemüth Für der Mägdlein Wangen, Für die Blümchen, die verblüht, Eh sie aufgegangen;

Ja, ich bin ein schlechter Held Wider Türk' und Franken, Mache selbst um Mir nicht viel Gedanken.

Ich gehöre zum Verband Aller großen Thoren. Heil! wenn unser Vaterland Den Verstand verloren!

Wenn's einmal, ein Löwe noch, Seine Mähne schüttelt, Und am altgewohnten Joch Den Philister rüttelt!

Alle Herzen, stolz und heiß, Müssen dort verbluten; Darum in dies Gletschereis Flücht' ich meine Gluten:

Droben an des Gießbachs Strand, An des silberhellen, Jauchz' ich, daß im flachen Land Euch die Ohren gellen.

Was ihr nur mit Schmach und Tod Wisset zu befehden, Trunken vor dem Morgenroth Darf ich's jetzo reden,

Rufen in den goldnen Tag Tief aus Herz und Kehle: Wo mit unbezähmter Lust Ob den letzten Hütten

Dürre Felsen aus der Brust Ewige Ströme schütten; Wo in ungezügeltem Lauf Noch die Wasser tosen,

Lad' ich Wilde, wilde Rosen! Habt da draußen manchen Tropf, Der mag vor euch zagen;

Ich will trotzig meinen Kopf Wie die Berge tragen. O, wie winzig dünken mich Eure Sieben-Sachen!

Wer die Blitze unter sich, Kann auch eurer lachen.

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