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1817–1875

Anastasius Grün.

Georg Herwegh

Ein heiß Gebet, befremdend wohl und neu, Sei, Todesengel, heut' an Dich gerichtet: Tritt in die Hütte, an die harte Streu, In den Palast, und horch, wo Einer dichtet!

So lang er sich und seinem Schmerze treu, Bei seinem schönsten Lied werd' er vernichtet! Für tausend Tote will ich Thränen haben; Doch Lebende lernt' ich noch nicht begraben!

Ein Fähndrich warf das Banner hin und floh, Und hat sein Heer, halb siegreich schon, verlassen. Ich aber frage angsterfüllet: Wo, Wo darf ich ferner lieben oder hassen?

Ein Lied, begeistert, traurig oder froh — Am Ende wird's ein Spottlied auf den Gassen! Das wie ein Held gepanzert vorwärts drang, Dein Lied, auch Deines, wär' der

O, sage: Nein! O, sage jenen Flachen, Daß ewig Deiner Seele sie nicht wert! Die Freiheit träumte jüngst noch vom Erwachen, Als Du ein „neues Ostern“ uns bescheert —

Behalt' das Ruder! steure fort den Nachen, Blitz' durch die Finsterniß mit Deinem Schwert! Du wolltest in dem Rath der Spötter stehen? Ich will Dich lieber auf dem Munkatsch sehen!

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