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1846

21.

Georg Herwegh

O Freiheit, Freiheit! Nicht wo Hymnen schallen, In reichgeschmückten fürstlichen Arkaden – Freiheit! Du wohnst an einsamen Gestaden, Und liebst die Stille, wie die Nachtigallen.

Du fliehest das Geräusch der Marmorhallen, Wo trunkne Schlemmer sich im Weine baden, Du läßt in Hütten dich zu Gaste laden, Wo Tränen in die leeren Becher fallen.

Ein Engel nahst du bei verschloßnen Türen, Stellst lächelnd dich an deiner Treuen Bette, Und horchst der himmlischen Musik der Kette. Nicht stolze Tempel wollen dir gebühren,

Drin wir als Opfer unsern Stolz dir bieten – Wärst du die Freiheit, wenn wir vor dir knieten?

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