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1765

Schlachtlied der Himmelsstürmer

Johann Gottfried Herder

Nein, kein Gigant, himmel- und erdgeboren, Erträgt's! Die weibischen Jungen! Herauf, Titanen, herauf! Hört! Mutter und Vater ruft! – Zum erfrechten Räuberssitz

Des Vatermörders, des H .... stiers Stürmen wir heran! Du, Othem, bahne der Faust! (Feldgeschrei.) Wie's zittert, das Nektarmahl der Säufer! – Zum Nektar herauf! Berg über Berg! Du pflanz

Des Ossa Wurzel auf diesen Scheitel! Denn hier tanzt schon sein Olymp mir wie der Ball vor, Und Rhökus wirft mit Strömen und Wald Den Himmelspfeiler auf die Schulter, und Aktäon stampft

Schon Wolken, und Heere von Händen und Feuerström' Aus tausend allmächt'gen Rachen arbeiten Den Himmel zu Staub und zu Gluth. Triumph! er ersteigt's! Schaaren! Triumph! durchbrochen! erstiegen!

Flieht Ihr! – Sie fliehen, sie flohn; da schwimmen Nektargüsse; der letzte Tropfen ward Stein In der mächtigen Götter Munde. Wo sind sie? Die Mächtige wird Spatz,

Sieh, Götter zu Eulen und Hasen, und Donnerer Du Maus! – Triumph! mit Göttermäusen fechten Giganten! Zum Thron! Und, „keuchender Erdesohn Du! Zwerghund mit dem Stecken!“ (Hercul ruft.) Götter heran!

(Sie wandeln sich.) Da liegt er! Ach nein! Er steht und (Hyder, So stirb, erquetscht in den faulenden Mutterschooß!) Weh, wie er braust, entathmend ein Ach des Orkans! Rache! – Päan! da liegt die trotzige Juno

Porphyrion unter! o weh! – Rache! da kreischt Der eisenfressende Mars wie Ochsenmyriaden! – Flieht nicht! – Manne Dich, Mann, dem der Blitz Auf der Stirn glüht! Rache, erglüh! Stampf, daß der Berg

Steht! – Bebe nicht, furchtsamer Berg! – Weh! wir stürzen, fallen, fallen! Donnerer, Du siegst! Pfui! ins Eingeweide der Höll'! – Ach! (Der Berg taumelt und stürzt.)

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