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1789

Jupiter und Pluto

Johann Gottfried Herder

Hast Du die blühenden Horen, Die Siegsgöttinnen gesehn? Sie schweben im Tanz und tragen Des ewigen Vaters goldenen Thron.

Aber er thronet milde; Sein Blitz und der Adler schläft; Denn nicht mit blutigem Lorbeer, Mit dem Oelzweig kränzet die Weisheit ihn.

Der Scepter in seinen Händen War einst ein ruhiger Hirtenstab, Mit dem er die Völker besuchte, Mit dem er noch jetzt die Völker beglückt.

Heil mir! o Vater der Götter, Ich habe Dein Antlitz glänzen gesehn; Es blickte zu den Aethiopen, Dem friedlichen, dem unschuldigen Volk,

Das Du noch gern besuchest, Und hältst mit ihnen ein fröhliches Mahl, Und zu Dir strömen die Völker; Der Bittende kniet erhört vor Dir.

Nicht so Dein dunkeler Bruder; Des Rechtes Zweizack ist in seiner Königshand, Und ächzende Danaiden Mit leeren Krügen sein Clientenhof.

Die Furien seine Gesinde, Mit bunten Schlangen schön geschmückt, Tantalus, Ixion und Prometheus seine Diener, Und Sisyphus sein Cancellar.

Mit weggewandtem Blicke Thront neben ihm die gelbe Persephone. O Jupiter, gieb uns Fürsten, Dir ähnlich, Deinem Bruder nie!

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