Ich ging einst einen Frühlingstag,
Wo alles schön und lustig lag,
Kam an ein einsam Sommerhaus,
Ein liebes Mädchen trat heraus,
Und weint' und ging und sang betrübt:
„Ach, wer hat je, wie ich, geliebt!“
Sie ging die Wiese still umher,
Und rang die Hand und seufzte schwer;
Dann pflückte sie ein Blümchen ab,
Wie's hie und da die Wiese gab,
Maasliebchen, klein' Vergiß mein nicht,
Und seufzte: „ach er liebt mich nicht!“
Sie band die Blumen in ein Bund,
Weint' noch einmal aus Herzensgrund:
„Vergiß mein nicht! hier bind ich dich,
Für wen? – Maasliebchen, schaust auf mich,
Weinst um mich! – Ja, ich bin betrübt;
Er hat mich nicht, wie ich ihn geliebt.“
Nun hatt' sie Busen voll und Schoos,
Und ach! nun ward ihr Schmerz zu groß;
Sie goß die liebe Bürd' hinab;
Liegt, sprach sie, seyd mein sanftes Grab!
Und sank dahin – ein stilles Ach
Voll Lieb' und Leid ihr Herz zerbrach.