An des Baches stillen Weiden
Sang Tiren mit nassem Blick,
Klagte Phyllis seine Leiden,
Seiner Liebe trübe Freuden,
Aber Phyllis sang zurück:
„Schäfer, ich versteh dich nicht!
Schäfer, ach ich glaub' es nicht.“
Liebe sang er, nur die Liebe,
Keinen Lohn begehr' ich mehr,
Wenn mir auch dein Blick nicht bliebe –
Wenn dein Herz mich von sich triebe –
Immer lieb' ich dich so sehr!
„Schäfer, ich versteh dich nicht,
Schäfer, ach ich glaub' es nicht.“
Ohne dich ist mir kein Leben,
Ohne dich das Leben Tod;
Und doch würd' ich hin es geben,
Siebenmal dahin es geben,
Schäferin, auf dein Gebot –
„Schäfer, ich versteh dich nicht,
Schäfer, ach ich glaub' es nicht.“
Seh ich dich nicht, welche Leiden,
Seh ich dich, wie neue Pein!
Immer such ich deine Weiden;
Und doch such ich sie zu meiden,
Kann nicht nah, nicht von dir seyn.
„Schäfer, ich verstehe dich,
Schäfer, ach ich liebe dich.“