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1773

18. Der klagende FischerSpanisch

Johann Gottfried Herder

Auf einem hohen Felsen, Der Trotz den wilden Wellen Dastehet Tag und Nächte Und seine Seiten darbeut;

Da saß ein armer Fischer, Sein Netz lag auf dem Sande; Ihn hatte Glück und Freude Mit seiner Braut verlassen –

O wie er traurig klagte! Daß unter ihm die Wellen Und hinter ihm die Felsen, Und rings um ihn die Winde

In seine Lieder ächz[t]en: „Wie lange, süsse Feindin, Wie lange willt du fliehen? Willt härter, als der Fels seyn,

Und leichter als die Winde! –“ „O wie er traurig klagte! „Ein Jahr ists, Undankbare, Seit du dies Ufer flohest,

Das, seit du flohest, wild ist, Und stürmt wie meine Seele: Mein Netz entsinkt den Händen, Wie mir das Leben hinsinkt,

Mein Herz zerbricht am Felsen, Wie diese Welle spaltet.“ O wie er traurig klagte! „Der über Land und Wogen

Den schnellsten Raub ereilet, Und jeden Flüchtling haschet, O Liebe, leichter Vogel, Was helfen dir die Flügel?

Was helfen dir die Pfeile? Wenn die dir immer fliehet, Die mir mein Alles raubet!“ O wie er traurig klagte!

Daß unter ihm die Wellen Und hinter ihm die Felsen, Und rings um ihn die Winde In seine Lieder ächzten.

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