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1837

[Wohl gleicht das Leben einem Kranz]

Luise Hensel

Wohl gleicht das Leben einem Kranz, Drin Ros' und Dorn sich eint, Wo Schatten bald, bald Sonnenglanz Im Wechsellicht erscheint.

Es ist der ew'gen Liebe Hand, Die so den Kranz gewebt, Der hell, ein schimmernd Blumenband, Um unsre Locken schwebt.

Doch hat der ew'gen Liebe Hand Auch jenen Kranz gepflückt, Der schwer, ein stechend Dornenband, Die wunden Scheitel drückt.

Dir aber wünsch' ich einen Kranz, Der ohne Dornen blüht, Drin Rosenlicht und Sternenglanz In süßem Wechsel glüht.

O könnt' ich deinem Lebensgang Der Freuden viel erfleh'n, Wie würd' ich froh, mit lautem Dank, Hinauf zum Vater seh'n!

Er gebe noch der Tage viel Zum frommen Pilgerlauf, Und nehme einst am fernen Ziel Dich selig zu sich auf.

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