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1817

Wen ich liebe

Luise Hensel

Ich liebe einen Königssohn, Ihn lieb' ich ganz allein; Er trägt die allerschönste Kron' Von rothem Edelstein.

Ihn schmückt ein silberweiß Gewand, Ein Purpurmantel weht; Er hält zwei Rosen in der Hand, Sein Fuß auf Rosen steht.

Ihm blüht ein Strauß an treuer Brust Von Rosen, weiß und roth; Ihn lieben, das ist meine Lust, Ihn lassen wäre Tod.

Ihn anschaun ist mir Seligkeit, Ein' andre kenn' ich nicht; Ihm dienen ist mir Trost und Freud' Und ganze Lebenspflicht.

O Liebe, Liebe! nie zu viel Hab' ich für Dich gebrannt! O Liebe, unerreichbar Ziel! Wer hat Dich je erkannt?

Ach Engel! euer selig Herz Liebt Ihn noch inniger; O Märt'rer! euer Todesschmerz, Der pries Ihn doch noch mehr.

Du süßer, lieber Jesus Christ, Wie schäm' ich mich vor Dir, Daß noch so lau mein Herz Dir ist; Gieb Liebe, Liebe mir!

Gieb Liebe, Liebe bis zum Tod, Gieb Eifer mir und Muth! Mit Dir geh' ich durch Schmerz und Noth, Mit Dir durch Flamm' und Fluth.

Mit Dir – o wundersüßes Wort! Mit Dir – o Seligkeit! Nun Zagen fort! Nun Zweifel fort: Mir hilft der Herr im Streit.

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