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1818

Erwägung

Luise Hensel

Die Menschen, die da streben, Mein junges Herz, nach dir, Sie möchten für dich leben, Dich gern erfreu'n allhier;

Doch Einer hat geworben, Der ew'ge Güter giebt, Der ist für dich gestorben – Sprich, wer hat mehr geliebt?

Und sollst du reiche Gaben In diesem Erdenland Und süße Freuden haben, So giebt sie Seine Hand.

Nimm nichts aus fremden Händen, Was ird'sche Liebe giebt; Es würd' Ihn von dir wenden, Der eifersüchtig liebt. –

Wer hat ihn ganz empfunden, Den treuen Liebesmuth? Wer hat gesehn die Wunden, Das warme Herzensblut? –

Wie oft hab' ich vermessen Dies treu'ste Herz betrübt, Wie undankbar vergessen, Daß es so tief mich liebt!

Komm denn, o komm, Du Lieber! Hilf mir in Kampf und Schmerz Und zieh mein Herz hinüber An Dein allliebend Herz!

O komm und gieb mir Liebe, Du, der so gerne giebt, Daß ich Dich einzig liebe, Dich, der mich ewig liebt.

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