Skip to content
1892

Das Diadem

Karl Henckell

Wer je erwählt den innern Thron der Dinge, Des Menschenherzens majestätisch Gut, Und wahrte klar den Geist vor Übermut, Daß er in falschem Wahn sich nicht verfinge –

Er wird getragen frei auf sichrer Schwinge, Die er sich selber schuf, ob Wind und Flut, Geborgen schwebt er in der höchsten Hut, Gleichwie gehalten von dem Ring der Ringe.

In dieses Daseins rohen Stofflichkeiten, Wo oft als edel das Gemeine gilt, Der hohle Tropf von Dünkel überquillt Und Larven keck in Hermelinen schreiten,

Ward ihm, zu überwinden Schmach und Leben, Das Diadem der seltnen Kraft gegeben.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Das Diadem · Karl Henckell · Poetry Cove