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1892

Carmagnole

Karl Henckell

Abgründig Gähnen die Gassen Grausig hinunter in lichtlosen Schlund ... Hungriger Weiber

Wildes Umfassen, Tanzen und Heulen mit zischendem Mund. Hochragend Die Guillotine,

Tobend umzingelt als Fetisch des Heils ... Kreischende Arme, Rasende Mienen Heischen das Fallen des blutigen Beils.

Dumpfwirbelnd Die Carmagnole Trommelt der häßlichste Kerl vom Quartier ... Vive le son!

Und mit nackigter Sohle Aufstampft das Rudel in teuflischer Gier. Beinhager Gelbe Gerippe,

Schlotternde Brüste, von Jammer verdorrt ... Aber die feiste Metze der Sippe Schleudert die Waden auf Tod und auf Mord.

Geilgrinsend Schlenkert die Stelzen Steil aus der Fensterhöhle der Tod ... „Dansez Mesdames!

Die Hölle muß schmelzen! Hei, wie die lechzende Hexenbrunst loht!“ Abgründig Gähnen die Gassen

Grausig hinunter in lichtlosen Schlund ... Hungriger Weiber Wildes Umfassen, Tanzen und Heulen mit schäumendem Mund.

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