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1892

An den Zaren

Karl Henckell

Du Schrecken, der auf Rußlands Throne Sich an Sibiriens Hölle letzt, Wann wird dir Untergang zum Lohne? Wann wird dein Hermelin zerfetzt?

Der Stunde harrt die Welt mit Zittern, Und knirschend schäumt die Ungeduld: Wann wird die Höllenburg zersplittern, Die Höllenburg der Zarenschuld?

Zwar Werkzeug bist du nur der Zeiten, Das faule Reis am giftigen Baum, Doch über deinen Leib wird schreiten Die Freiheit zu des Eismeers Saum.

Die Freiheit ist ein Kind der Sühne, Die Tochter ist sie der Vernunft, „Fort!“ ruft sie – „von Europas Bühne, Wahnsinniger Sproß der Zarenzunft!

Zwangsjacke der Despotensippe, Die schamlos ihr Gewand entweiht! Auch zu Sibiriens eisiger Klippe Flammt der Befreiungsblitz der Zeit.“

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