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1892

An den Kaiser!

Karl Henckell

Kaiser, die Deutschen harren, Kaiser, die Stunde brennt! Soll unser Blick erstarren, Daß er Dich nicht mehr kennt?

Nicht einem Fremden zu Willen, Nicht, weil ein Feind sie Dir raubt – Unseren Notschrei zu stillen, Setze die Krone vom Haupt!

Opfer sind furchtbar gefallen, Opfer für Kaiser und Reich, Opfer für alle von allen, Deutsche sind frei nun und gleich.

Treue um Treue geschworen, Kaiser, Du weißt es gewiß – Aber der Schatz ging verloren, Und das Vertrauen zerriß.

Nicht, weil das Spiel sich gewendet, Nicht, weil das Glück Dich verließ – Nein, daß Dein Opfer vollendet, Was unser Opfer verhieß!

Willst Du die Fassung uns retten, Die Deiner Krone zerbrach, Willst Du die Volkskraft verketten, Daß wir obsiegen der Schmach –

Willst Du den Adler befreien, Der aus umklammernder Not Ringt mit erschütterndem Schreien Aufwärts ins Morgenrot ...

Frei so vom Throne zu scheiden, Ehe die feurige Brunst Frißt in des Volks Eingeweiden, Ist majestätische Kunst.

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