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1892

1.

Karl Henckell

Am Hause meines Lebens steht ein Wort, Das unverwischbar ist in Lust und Leiden, Mag schnödes Unglück mir das Herz zerschneiden, Mag Glück mich schaukeln, dauernd bleibt es dort.

Das Wort: „Hier ist der Unterdrückten Ort.“ Wer Unrecht trägt, an wem sich Henker weiden, Wer „welt“-verfemt, wen die „Gerechten“ meiden, An meiner Schwelle find' er Heim und Hort.

Wer möchte sich mit diesem Worte brüsten! Nicht als ein Lob des Wesens schreib' ich's hin, Das ich durch solchen Sinnes Richtung bin, Noch will's nach Tugendlorbeer mich gelüsten.

Nur zeugt es von dem eingebornen Hange, Mit dem willkommne Wandrer ich empfange.

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