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1797–1856

Xi. Reinigung .

Heinrich Heine

Bleib' du in deiner Meerestiefe, Wahnsinniger Traum, Der du einst so manche Nacht Mein Herz mit falschem Glück gequält hast

Und jetzt, als See-Gespenst, Sogar am hellen Tag' mich bedrohest — Bleib' Du dort unten, in Ewigkeit, Und ich werfe noch zu dir hinab

All meine Schmerzen und Sünden Und die Schellenkappe der Thorheit, Die so lange mein Haupt umklingelt, Und die kalte, gleißende Schlangenhaut

Der Heuchelei, Die mir so lang' die Seele umwunden, Die kranke Seele, Die gottverleugnende, engelverleugnende,

Unselige Seele — Hoiho! hoiho! Da kommt der Wind! Die Segel auf! Sie flattern und schwell'n; Ueber die stillverderbliche Fläche

Eilet das Schiff, Und es jauchzt die befreite Seele.

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