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1797–1856

Xi. Die Minnesänger.

Heinrich Heine

Zu dem Wettgesange schreiten Minnesänger jetzt herbei; Ei, das giebt ein seltsam Streiten, Ein gar seltsames Turnei!

Phantasie, die schäumend wilde, Ist des Minnesängers Pferd, Und die Kunst dient ihm zum Schilde, Und das Wort, das ist sein Schwert.

Hübsche Damen schauen munter Vom beteppichten Balkon', Doch die rechte ist nicht drunter Mit des Sieges Myrthenkron'.

Andre Leute, wenn sie springen In die Schranken, sind gesund; Aber Minnesänger bringen Dort schon mit die Todeswund'.

Und wem dort am besten dringen Liedes Blutström' aus der Brust, Der wird's beste Lob erringen, Und sein Weh giebt Andern Lust.

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