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1797–1856

Ix. Meeresstille .

Heinrich Heine

Meeresstille! Ihre Strahlen Wirft die Sonne auf das Wasser, Und im wogenden Geschmeide Zieht das Schiff die grünen Furchen.

Bei dem Steuer liegt der Bootsmann Auf dem Bauch, und schnarchet leise. Bei dem Mastbaum, seegelflickend, Kauert der betheerte Schiffsjung.

Hinter'm Schmutze seiner Wangen Sprüht es roth, wehmüthig zuckt es Um das breite Maul, und schmerzlich Schau'n die großen, schönen Augen.

Denn der Capitän steht vor ihm, Tobt und flucht und schilt ihn: Spitzbub. „spitzbub! einen Hering hast du Aus der Tonne mir gestohlen!“

Meeresstille! Aus den Wellen Taucht hervor ein kluges Fischlein, Wärmt das Köpfchen in der Sonne, Plätschert lustig mit dem Schwänzchen.

Doch die Möve, aus den Lüften, Schießt herunter auf das Fischlein, Und den raschen Raub im Schnabel Schwingt sie sich hinauf in's Blaue.

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