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1797–1856

IiI. Zwei Brüder .

Heinrich Heine

Oben auf der Bergesspitze Liegt das Schloß in Nacht gehüllt; Doch im Thale leuchten Blitze, Helle Schwerter klirren wild.

Das sind Brüder, die dort fechten Grimmen Zweikampf, wuthentbrannt. Sprich, warum die Brüder rechten Mit dem Schwerte in der Hand?

Gräfin Laura's Augenfunken Zündeten den Brüderstreit; Beide glühen liebestrunken Für die adlig holde Maid.

Welchem aber von den beiden Wendet sich ihr Herze zu? Kein Ergrübeln kann's entscheiden, — Schwert heraus, entscheide du!

Und sie fechten kühn verwegen, Hieb auf Hiebe niederkracht's. Hütet euch, Ihr wilden Degen, Grausig Blendwerk schleichet Nachts.

Wehe! Wehe! blut'ge Brüder! Wehe! Wehe! blut'ges Thal! Beide Kämpfer stürzen nieder, Einer in des andern Stahl. —

Viel Jahrhunderte verwehen‚ Viel Geschlechter deckt das Grab; Traurig von des Berges Höhen Schaut das öde Schloß herab.

Aber Nachts, im Thalesgrunde, Wandelt's heimlich, wunderbar‚ Wenn da kommt die zwölfte Stunde, Kämpfet dort das Brüderpaar.

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