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1797–1856

IiI.

Heinrich Heine

In dem Schloß zu Alkolea Ist verschollen Lust und Klingen, Herr'n und Damen sind verschwunden, Und erloschen sind die Lichter.

Donna Clara und Almansor Sind allein im Saal geblieben; Einsam streut die letzte Lampe Ueber beide ihren Schimmer.

Auf dem Sessel sitzt die Dame, Auf dem Schemel sitzt der Ritter, Und sein Haupt, das schlummermüde, Ruht auf den geliebten Knieen.

Rosenöhl, aus gold'nen Fläschchen, Gießt die Dame, sorgsam sinnend, Auf Almansors braune Locken — Und er seufzt aus Herzenstiefe.

Süßen Kuß, mit sanftem Munde, Drückt die Dame, sorgsam sinnend, Auf Almansors braune Locken — Und es wölkt sich seine Stirne.

Thränenfluth, aus lichten Augen, Weint die Dame, sorgsam sinnend, Auf Almansors braune Locken — Und es zuckt um seine Lippen.

Und er träumt: er stehe wieder, Tief das Haupt gebeugt und triefend, In dem Dom zu Corduva, Und er hört' viel dunkle Stimmen.

All die hohen Riesensäulen Hört er murmeln unmuthgrimmig, Länger wollen sie's nicht tragen, Und sie wanken und sie zittern;

Und sie brechen wild zusammen, Es erbleichen Volk und Priester, Krachend stürzt herab die Kuppel, Und die Christengötter wimmern.

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