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1797–1856

I. Krönung.

Heinrich Heine

Auf, auf! und wappnet Euch! Laßt die Trompeten klingen, Und hebt mir auf den Schild Dies junge Mädchen,

Das jetzt mein ganzes Herz Beherrschen soll, als Königin. Heil dir! du junge Königin! Von der Sonne droben

Reiß' ich das strahlend rothe Gold, Und webe d'raus ein Diadem Für dein geweihtes Haupt, Von der flatternd blauseid'nen Himmelsdecke,

Worin die Nachtdiamanten blitzen, Schneid' ich ein kostbar Stück, Und häng' es dir, als Krönungsmantel, Um deine königliche Schulter.

Ich gebe dir einen Hofstaat Von steifgeputzten Sonetten, Stolzen Terzinen und höflichen Stanzen; Als Läufer diene dir mein Witz,

Als Hofnarr meine Phantasie, Als Herold die lachende Thräne im Wappen, Diene dir mein Humor. Aber ich selber, Königin,

Und huld'gend, auf rothem Sammetkissen, Ueberreiche ich Dir Das bischen Verstand, Das mir aus Mitleid noch gelassen hat

Deine Vorgängerin im Reich.

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