Skip to content
1797–1856

Die Ilse .

Heinrich Heine

Ich bin die Prinzessin Ilse, Und wohne im Ilsenstein; Komm mit nach meinem Schlosse, Wir wollen selig seyn.

Dein Haupt will ich benetzen Mit meiner klaren Well', Du sollst deine Schmerzen vergessen, Du sorgenkranker Gesell!

In meinen weißen Armen, An meiner weißen Brust, Da sollst du liegen und träumen Von alter Mährchenlust.

Ich will dich küssen und herzen Wie ich geherzt und geküßt Den lieben Kaiser Heinrich, Der nun gestorben ist.

Es bleiben todt die Todten, Und nur der Lebendige liebt; Und ich bin schön und blühend, Mein lachendes Herze bebt.

Und bebt mein Herz dort unten, So klingt mein kristallenes Schloß, Es tanzen die Fräulein und Ritter, Es jubelt der Knappentroß.

Es rauschen die seidenen Schleppen, Es klirren die Eisenspor'n, Die Zwerge trompeten und pauken, Und fiedeln und blasen das Horn.

Doch dich soll mein Arm umschlingen Wie er Kaiser Heinrich umschlang; Ich hielt ihm zu die Ohren, Wenn die Trompet' erklang.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Die Ilse . · Heinrich Heine · Poetry Cove