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1797–1856

Der Hirtenknabe.

Heinrich Heine

König ist der Hirtenknabe, Grüner Hügel ist sein Thron, Ueber seinem Haupt die Sonne Ist die große, goldne Kron'.

Ihm zu Füßen liegen Schafe, Weiche Schmeichler, rothbekreuzt; Kavaliere sind die Kälber, Und sie wandeln stolzgespreizt.

Hofschauspieler sind die Böcklein, Und die Vögel Mit den Flöten, mit den Glöcklein, Sind die Kammermusizi.

Und das klingt und singt so lieblich, Und so lieblich rauschen drein Wasserfall und Tannenbäume, Und der König schlummert ein.

Unterdessen muß regieren Der Minister, jener Hund, Dessen knurriges Gebelle Wiederhallet in der Rund'.

Schläfrig lallt der junge König: „das Regieren ist so schwer, Ach, ich wollt', daß ich zu Hause Schon bei meiner Kön'gin wär'!

„in den Armen meiner Kön'gin Ruht mein Königshaupt so weich, Und in ihren lieben Augen Liegt mein unermeßlich Reich!“

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Der Hirtenknabe. · Heinrich Heine · Poetry Cove