In dem schwarzen Felsenkessel Ruht der See, das tiefe Wasser. Melancholisch bleiche Sterne Schaun vom Himmel. Nacht und Stille.
Nacht und Stille. Ruderschläge. Wie ein plätscherndes Geheimnis Schwimmt der Kahn. Des Fährmanns Rolle Übernahmen seine Nichten.
Rudern flink und froh. Im Dunkeln Leuchten manchmal ihre stämmig Nackten Arme, sternbeglänzt, Und die großen blauen Augen.
Mir zur Seite sitzt Laskaro, Wie gewöhnlich blaß und schweigsam. Mich durchschauert der Gedanke: Ist er wirklich nur ein Toter?
Bin ich etwa selbst gestorben, Und ich schiffe jetzt hinunter, Mit gespenstischen Gefährten, In das kalte Reich der Schatten?
Dieser See, ist er des Styxes Düstre Flut? Läßt Proserpine, In Errnangelung des Charon, Mich durch ihre Zofen holen?
Nein, ich bin noch nicht gestorben Und erloschen – in der Seele Glüht mir noch und jauchzt und lodert Die lebend'ge Lebensflamme.
Diese Mädchen, die das Ruder Lustig schwingen und auch manchmal Mit dem Wasser, das herabträuft, Mich bespritzen, lachend, schäkernd –
Diese frischen, drallen Dirnen Sind fürwahr nicht geisterhafte Kammerkatzen aus der Hölle, Nicht die Zofen Proserpinens!
Daß ich ganz mich überzeuge Ihrer Oberweltlichkeit, Und der eignen Lebensfülle Auch tatsächlich mich versichre,
Drückt ich hastig meine Lippen Auf die roten Wangengrübchen, Und ich machte den Vernunftschluß: Ja, ich küsse, also leb ich!
Angelangt ans Ufer, küßt ich Noch einmal die guten Mädchen; Nur in dieser Münze ließen Sie das Fährgeld sich bezahlen.
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