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1826

Caput II

Heinrich Heine

Daß ein schwarzer Freiligräthscher Mohrenfürst sehnsüchtig lospaukt Auf das Fell der großen Trommel, Bis es prasselnd laut entzweispringt:

Das ist wahrhaft trommelrührend Und auch trommelfellerschütternd – Aber denkt euch einen Bären, Der sich von der Kette losreißt!

Die Musik und das Gelächter, Sie verstummen, und mit Angstschrei Stürzt vom Markte fort das Volk, Und die Damen, sie erbleichen.

Ja, von seiner Sklavenfessel Hat sich plötzlich losgerissen Atta Troll. Mit wilden Sprüngen Durch die engen Straßen rennend –

(Jeder macht ihm höflich Platz) –, Klettert er hinauf die Felsen, Schaut hinunter, wie verhöhnend, Und verschwindet im Gebirge.

Auf dem leeren Marktplatz bleiben Ganz allein die schwarze Mumma Und der Bärenführer. Rasend Schmeißt er seinen Hut zur Erde,

Trampelt drauf, er tritt mit Füßen Die Madonnen! reißt die Decke Sich vom scheußlich nackten Leib, Flucht und jammert über Undank,

Über schwarzen Bärenundank! Denn er habe Atta Troll Stets wie einen Freund behandelt Und im Tanzen unterrichtet.

Alles hab er ihm zu danken, Selbst das Leben! Bot man doch Ihm vergebens hundert Taler Für die Haut des Atta Troll!

Auf die arme schwarze Mumma, Die, ein Bild des stummen Grames, Flehend, auf den Hintertatzen, Vor dem Hocherzürnten stehnblieb,

Fällt des Hocherzürnten Wut Endlich doppelt schwer, er schlägt sie, Nennt sie Königin Christine, Auch Frau Muñoz und Putana. – –

Das geschah an einem schönen, Warmen Sommernachmittage, Und die Nacht, die jenem Tage Lieblich folgte, war süperbe.

Ich verbrachte fast die Hälfte Jener Nacht auf dem Balkone. Neben mir stand Juliette Und betrachtete die Sterne.

Seufzend sprach sie: „Ach, die Sterne Sind am schönsten in Paris, Wenn sie dort, des Winterabends, In dem Straßenkot sich spiegeln.“

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