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1826

58.

Heinrich Heine

Der Herbstwind rüttelt die Bäume, Die Nacht ist feucht und kalt; Gehüllt im grauen Mantel, Reite ich einsam im Wald.

Und wie ich reite, so reiten Mir die Gedanken voraus; Sie tragen mich leicht und luftig Nach meiner Liebsten Haus.

Die Hunde bellen, die Diener Erscheinen mit Kerzengeflirr; Die Wendeltreppe stürm ich Hinauf mit Sporengeklirr.

Im leuchtenden Teppichgemache, Da ist es so duftig und warm, Da harret meiner die Holde – Ich fliege in ihren Arm.

Es säuselt der Wind in den Blättern, Es spricht der Eichenbaum: „Was willst du, törichter Reiter, Mit deinem törichten Traum?“

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