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1826

3.

Heinrich Heine

Im nächt'gen Traum hab ich mich selbst geschaut, In schwarzem Galafrack und seidner Weste, Manschetten an der Hand, als ging's zum Feste, Und vor mir stand mein Liebchen, süß und traut.

Ich beugte mich und sagte: „Sind Sie Braut? Ei! ei! so gratulier ich, meine Beste!“ Doch fast die Kehle mir zusammenpreßte Der langgezogne, vornehm kalte Laut.

Und bittre Tränen plötzlich sich ergossen Aus Liebchens Augen, und in Tränenwogen Ist mir das holde Bildnis fast zerflossen. O süße Augen, fromme Liebessterne,

Obschon ihr mir im Wachen oft gelogen, Und auch im Traum, glaub ich euch dennoch gerne!

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