Skip to content
1826

2.Adam der Erste

Heinrich Heine

Du schicktest mit dem Flammenschwert Den himmlischen Gendarmen, Und jagtest mich aus dem Paradies, Ganz ohne Recht und Erbarmen!

Ich ziehe fort mit meiner Frau Nach andren Erdenländern; Doch daß ich genossen des Wissens Frucht, Das kannst du nicht mehr ändern.

Du kannst nicht ändern, daß ich weiß, Wie sehr du klein und nichtig, Und machst du dich auch noch so sehr Durch Tod und Donnern wichtig.

O Gott! wie erbärmlich ist doch dies Consilium abeundi! Das nenne ich einen Magnifikus Der Welt, ein lumen mundi!

Vermissen werde ich nimmermehr Die paradiesischen Räume; Das war kein wahres Paradies – Es gab dort verbotene Bäume.

Ich will mein volles Freiheitsrecht! Find ich die g'ringste Beschränknis, Verwandelt sich mir das Paradies In Hölle und Gefängnis.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
2.Adam der Erste · Heinrich Heine · Poetry Cove