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1826

2.

Heinrich Heine

„Ich bin der Gott der Musika, Verehrt in allen Landen; Mein Tempel hat in Gräcia Auf Mont-Parnaß gestanden.

Auf Mont-Parnaß in Gräcia, Da hab ich oft gesessen Am holden Quell Kastalia, Im Schatten der Zypressen.

Vokalisierend saßen da Um mich herum die Töchter, Das sang und klang la-la, la-la! Geplauder und Gelächter.

Mitunter rief tra-ra, tra-ra! Ein Waldhorn aus dem Holze; Dort jagte Artemisia, Mein Schwesterlein, die Stolze.

Ich weiß es nicht, wie mir geschah: Ich brauchte nur zu nippen Vom Wasser der Kastalia, Da tönten meine Lippen.

Ich sang – und wie von selbst beinah Die Leier klang, berauschend; Mir war, als ob ich Daphne sah, Aus Lorbeerbüschen lauschend.

Ich sang – und wie Ambrosia Wohlrüche sich ergossen, Es war von einer Gloria Die ganze Welt umflossen.

Wohl tausend Jahr' aus Gräcia Bin ich verbannt, vertrieben – Doch ist mein Herz in Gräcia, In Gräcia geblieben.“

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