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1826

1.Maultiertum

Heinrich Heine

Dein Vater, wie ein jeder weiß, Ein Esel leider war der Gute; Doch deine Mutter, hochgesinnt, War eine edle Vollblutstute.

Tatsache ist dein Maultiertum, Wie sehr du dessen dich erwehrest; Doch sagen darfst du guten Fugs, Daß du den Pferden angehörest –

Daß du abstammst vom Bucephal, Dem stolzen Gaul, daß deine Ahnen Geharnischt nach dem Heil'gen Grab Gefolgt den frommen Kreuzzugfahnen –

Daß du zu deiner Sippschaft zählst Den hohen Schimmel, den geritten Herr Gottfried von Bouillon, am Tag, Wo er die Gottesstatt erstritten; –

Kannst sagen auch, daß Roß-Bayard Dein Vetter war, daß deine Tante Den Ritter Don Quixote trug, Die heldenmüt'ge Rosinante.

Freilich, daß Sanchos Grauchen auch Mit dir verwandt, mußt du nicht sagen; Verleugne gar das Eselein, Das unsern Heiland einst getragen.

Auch ist nicht nötig, daß du just Ein Langohr in dein Wappen setzest. Sei deines eignen Werts Wardein – Du giltst so hoch, wie du dich schätzest.

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